Es ist leider gemeinhin bekannt, dass in vielen Revieren der Fuchs lediglich noch als „zufälliger Beifang“ zur Strecke kommt – wenn überhaupt. Denn längst sind jene Jagdbezirke, in denen Reineke gezielt und intensiv bejagt wird, rar gesät. Nicht zuletzt die vielerorts weiterhin sinkenden Niederwildbesätze sowie andere schwindende Bodenbrütervorkommen und die fortschreitende „Verstädterung“ der Rotröcke stellen uns diesbezüglich ein jämmerliches Zeugnis aus.

Fangjagd? Keine Zeit …! Jungfuchsbejagung am Bau? Kindermord …! Baujagd? Keine Hunde. Und dann noch die Unruhe in den Schalenwildeinständen …! Außerdem sinken die Fuchsstrecken doch ohnehin. So hoch kann die Fuchsdichte dann ja doch nicht sein! Ausreden gibt es genug.

Abgesehen davon, dass vor allem beim Raubwild die Streckenergebnisse in den allermeisten Fällen so gut wie gar nichts über die jeweilige Populationsdynamik aussagen, mag ein einfaches Beispiel verdeutlichen, wie unendlich weit wir von einer nachhaltigen Reduktion der Fuchsbesätze mit jagdlichen Mitteln tatsächlich entfernt sind: Im zurückliegenden Jagdjahr kamen knapp 450.000 Füchse zur Strecke (inkl. Verkehrsfallwild!). Demgegenüber stehen in unserem Land knapp 360.000 Jagdscheininhaber. Wenn folglich jeder Jäger durchschnittlich 1,25 Füchse mehr oder überhaupt mal einen (!) erlegen würde – was mit einfachsten Mitteln und völlig problemlos möglich wäre – hätten wir die Strecke bereits verdoppelt. Noch Fragen?

Dass eine nachhaltig spürbare Absenkung der Fuchsbesätze und weiterer Beutegreifer bereits nach kurzer Zeit positive Auswirkungen auf das Niederwild und andere Bodenbrüter nach sich zieht, zeigen zahlreiche Forschungsprojekte unmissverständlich. Wenn wir unseren Auftrag als Artenschützer ernst nehmen und den diesbezüglichen Anspruch an uns selbst mit Leben füllen würden, wäre also vieles möglich. Lassen Sie uns, liebe Lüdersburger Absolventen und alle anderen Leserinnen und Leser, gemeinsam daran arbeiten. Noch ist Zeit, beispielsweise einen Luderplatz anzulegen oder eine Betonrohrfalle einzubauen … Auf geht’s!