Wer die Stockente im Herbst bejagen möchte um in den Genuss eines saftigen Entenbratens zu kommen, muss sich auch im Frühjahr um Brutmöglichkeiten kümmern.

Die Ente hat in unserer Region kein leichtes Spiel, da Sie der gewaltigen Palette an Prädatoren ausgesetzt ist. Zum einen nehmen Haarraubwild wie Stein/ Baummarder oder Waschbär, Fuchs und Dachs die Eier der am Gewässerrand brütenden Ente auf. Zum anderen spezialisiert sich die immer weiter wachsende Population an Wanderratten oder Krähen ebenfalls auf die Ente.

In Lüdersburg wird aus diesem Grund zum Frühjahr Entenhege betrieben. Dies lässt sich mit ganz normalen Entenbruthäusern sowie dem „Dakota Hen House“ relativ leicht gestalten. Wir werden in diesem Jahr die unterschiedlichsten Formen des „Hen House“ bauen und versuchen, daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Geplant sind 4 Entenbruthäuser sowie „Dokota Hen Houses“ mit Stroh/Heu sowie Heu mit einem Vlies bespannt. Grundsätzlich muss man jedes Jahr die Brutröhren mit neuem Stroh/ Heu auskleiden. In der Landwirtschaft wird das Vlies schon viele Jahre eingesetzt, um aufgestapelte Strohballen in der Feldmark zu lagern. Unter dem Vlies lange „halten“ dies länger. Wir versprechen uns den gleichen Effekt bei den Brutröhren.

Die Materialien für eine solche Brutmöglichkeit können günstig und schnell erworben werden.

Sie benötigen:

  1. Kükendraht auf der Rolle – 1 Meter lang (12 mm oder kleiner)
  2. Kotgrubengitter auf der Rolle  – 1 Meter lang (für den Innenring )
  3. Kabelbinder
  4. Holzpfähle
  5. Eimer
  6. Krampen
  7. Hammer
  8. Seitenschneider
  9. Stroh/Heu
  10. Bretter –  100 x 30cm

Bauanleitung:

Zunächst, wird das Kotgrubengitter zu einer Drahtrolle gebogen, welche einen Innendurchmesser von 27 cm – 30 cm aufweisen sollte. Nach dem abtrennen mit Hilfe des Seiteschneiders befestigen wir die Drahtrolle mit drei Kabelbindern um eine stabile Drahtkonstruktion zu erhalten.

Anschließend breiten wir unseren Kükendraht aus und verteilen (bei der Nutzung von Heu) 2 Rippen Heu auf dem Kükendraht. Im nächsten Schritt nehmen wir die Drahtrolle aus Kotgrubengitter und befestigen den Kükendraht an einer beliebigen Seite (Ich habe immer die Seite genommen, ander auch der Kabelbinder befestigt ist). Nach dem strammen Zusammenrollen, befestigen wir den Kükendraht mit dem Kotgrubengitter mit 3 weiteren Kabelbindern.

Die entstandene Rolle, nageln wir mit 3 Krampen auf jeder Seite auf dem Brett fest.

Ich habe auf jeder Seite ein 30 cm langes Kantholz auf die Kanten genagelt um das Herausfallen von Eiern zu vermeiden.

Das Brett auf das die Brutröhre genagelt wird, sollte nicht viel länger als 1 Metersein. Sonst verschafft das „Anflugsbrett“ der Krähe oder auch dem Eichelhäher eine noch bessere Chance das Gelege zu plündern.

Wie die Entenbruthilfen im Revier installiert werden, erkläre ich Ihnen in Kürze im nächsten Teil: Enten Hege in Lüdersburg Teil 2

Viel Spaß beim Nachbau wünscht,

RJ Xaver Werning