Braune Rotfüchse – Reinekes neue Kleider

Auch wenn wenn wir umgangssprachlich ganz einfach vom „Fuchs“ sprechen, lautet die Artbezeichnung Reinekes zoologisch exakt: Rotfuchs. Ist er letztlich doch nur eine von 15 Arten im Tribus der Echten Füchse. Zu Letzteren zählen weiterhin z. B. der Steppenfuchs, der Bengalfuchs, der Wüstenfuchs und weitere mehr.
Doch ausgerechnet am Anfang ihres Lebens, in Mitteleuropa durchschnittlich in der ersten Aprilhälfte, sind die behaart und blind geborenen Rotfüchse eben nicht rot, sondern dunkelbraun oder graubraun. Eine Tatsache, die selbst vielen erfahrenen Jägern nicht bekannt ist. Warum? Ganz einfach: weil wir die Welpen, so lange sie noch braun sind, nur relativ selten zu Gesicht bekommen. Die bei ihrer Geburt durchschnittlich nur etwa 100 Gramm schweren Welpen verbringen die ersten etwa vier Lebenswochen im elterlichen Wurfbau. Erst mit etwa zwei Wochen öffnen sich die zunächst bläulichen Augen. Bevor sie aber für uns sichtbar „auf dem Bau“ erscheinen, verlassen sie zunächst zögerlich den Kessel und erkunden die Röhren. Erstmals verlassen sie den Bau unter der Führung der Fähe und bei Dunkelheit.
Wenn die Welpen regelmäßig und auch allein auf dem Bau beobachtet werden können, haben sie in aller Regel bereits ihren ersten Haarwechsel durchlaufen und sind dann schon weitgehend „rot“, auch wenn bei einigen hier und dort noch das braune Ersthaar sichtbar ist. Der erste Haarwechsel der Rotfüchse findet also meistens unter Ausschluss der (menschlichen) Öffentlichkeit statt.
Interessanterweise findet in dieser Zeit auch der Haarwechsel der Altfüchse statt. Wobei der Begriff „Altfuchs“ stark relativ ist, da das Durchschnittsalter der meisten Fuchspopulationen unter zwei Jahren liegt. Schon im April wird das Winterhaar nach und nach durch das Sommerhaar ersetzt. Zunächst an den Unterschenkeln, später im Mai und Juni am Bauch und auf den Flanken und zuletzt auf dem Rücken und an der Lunte, die mitunter erst im Juli / August komplett durchgehaart ist. In der Zeit also, wenn auch die Jungfüchse sich anschicken, selbstständig zu werden und ihren ersten „richtigen“ Sommerbalg tragen.